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Kommentar: Haftstrafe für Manager Middelhoff: Ein Absturz ins Nichts

Wolfang Blieffert.

Drei Jahres Haft für Thomas Middelhoff: Dem gefeierten Top-Manager waren Untreue und Steuerhinterziehung vorgeworfen worden. Dazu ein Kommentar von Wolfgang Blieffert.

Er war einmal das Wunderkind der deutschen Wirtschafts-Elite, machte mit genialen Ideen auf sich aufmerksam und erwarb sich schließlich den Ruf eines Visionärs. Thomas Middelhoff, stets braun gebrannt und makellos gekleidet, war der Prototyp des erfolgreichen Top-Managers, auch wenn er - wie beim Streit um den Börsengang von Bertelsmann - einmal vor die Tür gesetzt wurde.

Und ausgerechnet so eine Lichtgestalt ist nun über die „Erbsenzählerei eines Insolvenzverwalters“ gestolpert, so hat es der Vorsitzender Richter Jörg Schmitt gestern in seiner Urteilsbegründung genannt. Beim Verfahren um die Insolvenz von Arcandor ergaben sich Fragen nach vergleichsweisen Kleinigkeiten wie Sonderboni, Hubschrauberflüge und Festschriften. Middelhoff soll sich am schwächelnden Konzern auf unzulässige Art bereichert haben, der Angeklagte sah sich dagegen durch die Vorwürfe in Würde und Ehre verletzt.

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Drei Jahre Haft für Untreue und Steuerhinterziehung halten viele Experten für ein hartes Urteil, zumal Middelhoff wegen des angerichteten Schadens von gut 500.000 Euro tatsächlich ins Gefängnis muss. Es ist für Leute wie ihn vor allem ein Absturz ins gesellschaftliche Nichts. Aber wer sich vor Gericht in so eklatante Widersprüche verwickelt wie Thomas Middelhoff, der kann nicht mit Milde rechnen.

Kontakt zum Autor: bli@hna.de

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