Kommentar zu Halit Yozgat: Ungeklärtes Verbrechen

Zehn Jahre nach dem Mord an Halit Yozgat, mutmaßlich begangen vom Nationalsozialistischen Untergrund (NSU), sind viele Fragen noch ungeklärt. Ein Kommentar von Politikredakteur Max Holscher

Digital-Reportage: Der Fall Yozgat - Die lange Suche nach Antworten

Es sind zu viele Zufälle. Zufällig ist der Verfassungsschützer Andreas Temme zum Tatzeitraum in dem Café, in dem ein junger Mann erschossen wird. Zufällig rüffelt ein Mitarbeiter des Verfassungsschutzes später jenen Temme, doch nicht an solchen Orten vorbeizufahren, wenn man Kenntnis davon habe, dass etwas passieren könne. Wer sich auch ein bisschen mit diesem Fall beschäftigt, wird schnell merken: Hier ist etwas faul.

Und doch wissen wir nach zehn Jahren immer noch zu wenig über den Mord. Das liegt an Schlüsselzeugen, die sich heute an das erinnern und morgen schon wieder alles vergessen haben. Das liegt an Behörden, die sich in den Ermittlungen behinderten, angeblich Staatswohl und die Arbeit des Verfassungsschutzes über die Aufklärung einer Mordserie stellen.

Das alles lässt bis heute die Menschen am Rechtsstaat zweifeln. Das ist fatal, gerade in Zeiten, in denen sich die Gesellschaft zunehmend in die politischen Extreme bewegt.

Damit das Vertrauen wieder wächst, muss die Wahrheit ans Licht, der Druck der Öffentlichkeit darf nicht abebben. Auch deshalb darf der Mord an Halit Yozgat nicht in Vergessenheit geraten.

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