Kommentar zur Haltung der EU zu Flüchtlingen: Europa der Egoisten

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Der Zustrom der Flüchtlinge ist die größte Belastungsprobe Europas. Das Dublin-Abkommen, das die Ankunftsländer der Asylbewerber in die Pflicht nimmt, ist Makulatur. Ein Kommentar von HNA-Nachrichtenredakteurin Barbara Will.

Die Anrainerstaaten der großen Fluchtrouten haben wenig Interesse, Tausende von Menschen zu versorgen, die über ihre Grenzen strömen und ohnehin weiterwollen. Mit der Versorgung der Fremden überfordert, lassen sie sie lieber ziehen. Die EU ist auf dem Weg zur Union der Egoisten.

Deutschland als ein großes Aufnahmeland hat drei riesige Aufgaben vor sich. Die dringendste ist, Jahr für Jahr Hunderttausende Flüchtlinge zu versorgen – eine organisatorische und finanzielle Herkulesaufgabe. Ebenso wichtig ist die Integration der Flüchtlinge. Gelingt sie, wird das geburtenschwache, über Facharbeitermangel klagende Deutschland von dem Zustrom profitieren. Misslingt die Eingliederung, entsteht ein soziales Pulverfass.

Doch Deutschland muss auch in der EU auf eine neue, gerechtere Verteilung der Asylsuchenden drängen. Dazu gehört auch die Unterstützung der Ankunftsstaaten. Europa kann den Strom der Flüchtlinge nicht stoppen – aber lenken.

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