HNA-Kommentar

Hamburger Tiguan-Urteil: Volkswagen verhält sich skandalös und schamlos

Das Hamburger Urteil zugunsten eines VW-Tiguan-Fahrers ist nur eine Etappe auf dem langen Weg abertausender VW-Geschädigter zu einem fairen Ausgleich mit dem Autobauer. Ein Kommentar des HNA-Nachrichtenchefs Tibor Pézsa.

Noch ist das Hamburger Urteil nicht rechtskräftig. Noch muss jeder einzelne Eigentümer eines Schummel-VWs bitter abwägen, ob er lieber den Schaden hinnimmt, für den er nichts kann, oder ob er das Risiko eines teuren und langwierigen Prozesses gegen VW auf sich nimmt.

Aber das Hamburger Urteil macht all jenen Mut, die sich nicht mit einem Software-Update abspeisen lassen wollen und die auf ein Grundsatzurteil gegen VW hoffen. Genau das versucht der Konzern zu vermeiden, indem er Prozesse hinauszögert, indem er seine Opfer hinhält und sie erst dann, wenn es gar nicht mehr anders geht, mit Vergleichszahlungen stillstellt.

VW-Chef Matthias Müller hat noch vor Kurzem seine Ablehnung von Hardware-Umrüstungen damit gerechtfertigt, dass VW systemrelevant sei. 25 Milliarden Euro, die VW in den USA zahlen musste, müssten reichen. Systemrelevant bedeutet für Müller offenbar, dass der von VW verursachte Schaden sozialisiert wird, während die Gewinne privatisiert werden.

Für 2017 fließen über 53 Millionen Euro an zehn VW-Vorstände. Das ist den betrogenen Dieselfahrern, denen jetzt auch noch Fahrverbote drohen, nicht zu vermitteln. Es ist schamlos und kostet VW noch mehr Vertrauen.

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