Kommentar zu Hartmut Mehdorns Rücktritt: Nun kneift er

Für den Hauptstadtflughafen wird schon wieder ein Chef gesucht. Nach wochenlangen Querelen erklärte Geschäftsführer Hartmut Mehdorn (72) seinen Rücktritt. Ein Kommentar von Martina Hummel.

Hartmut Mehdorn gefällt sich in der Rolle des unbequemen Machers und als erfolgreicher Sanierer. Doch nun kneift der Manager beim Berliner Flughafen BER. Zwar hat er zuvor die Deutsche Bahn von einer trägen Behörde zu einem beweglichen Dienstleistungskonzern gewandelt, der Gewinne macht.

Bei Air Berlin mag er Schlimmeres verhindert haben, aber beim Flughafen hat sich seit seinem Amtsantritt nichts Wesentliches verändert – er hat dieses Projekt nicht in den Griff bekommen. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern, gelang es ihm lediglich, mit Vorschlägen und Ankündigungen vom Chaos abzulenken. Er war stets der Macher, Schuld waren die anderen.

Da er nun verstärkt selbst in den Fokus der Kritik gerät, dürfte auch eine gehörige Portion verletzte Eitelkeit dabei sein, wenn er jetzt geht. Mehdorn bietet an, bis Ende Juni 2015 im Amt zu bleiben. Ein Angebot, dass die BER-Betreiber ablehnen sollten, auch wenn es schwer sein wird, für dieses verkorkste Projekt einen neuen Chef zu finden.

Mail an die Autorin:  mwe@hna.de

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