Kommentar zu Hatz auf Priester: Rechts statt christlich

In Bayern gibt ein aus dem Kongo stammender katholischer Priester auf, weil er Morddrohungen bekommt. Die Leute sollten sich schämen, meint unser Korrespondent Hagen Strauß.

Verlassen von Gott und allen guten Geistern kann man nur den Leuten zurufen, die bei der Hatz auf den katholischen Priester Olivier Ndjimbi-Tshiende mitgemacht haben. Sie sollten sich schämen.

In Zorneding bei München scheint sich mancher dazu entschieden zu haben, lieber rechts als christlich zu sein, lieber auf Hass und Ablehnung als auf Nächstenliebe und Respekt zu setzen. Konsequenzen für beteiligte CSU-Mitglieder wurden gezogen. Aber offenbar waren sie nicht ausreichend, wenn der aus dem Kongo stammende Pfarrer jetzt entnervt das Handtuch wirft. Sollte sich erneut herausstellen, dass sich CSU-Mitglieder an den rassistischen Schmähungen beteiligt haben, dürfen sie nicht länger in der Partei verbleiben.

In den Fall des unter diesen skandalösen Umständen zurückgetretenen Pfarrers muss sich Horst Seehofer einschalten. Denn es passt nicht, sich als Regierungschef eines weltoffenen, international aufgestellten Landes feiern zu lassen, und es im Alltag einer bayerischen Kirchengemeinde nicht zu sein. Und Seehofer muss sich selbst fragen, inwieweit Parolen wie die einer „Herrschaft des Unrechts“ in Deutschland jene beflügelt, die Hass säen und andere mundtot machen wollen.

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