Kommentar zu Herrmanns Neger-Ausspruch

Hagen Strauß

"Neger" sagt man schon lange nicht mehr, das hätte auch Bayerns Innenminister Herrmann wissen können. Ein Rücktrittsgrund ist der Ausspruch aber nicht, kommentiert Hagen Strauss.

Vielleicht ist dem bayerischen Innenminister Joachim Herrmann ja ein Lied von Roberto Blanco durch den Kopf gegangen: „Ein bisschen Spaß muss sein“ war ein riesiger Erfolg für den Schlagerstar. Witzig war der Satz vom „wunderbaren Neger“ nicht, sondern peinlich.

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„Neger“ sagt man schon lange nicht mehr. Der diskriminierende Begriff ist aus dem Sprachgebrauch verbannt worden. Das weiß eigentlich jeder. Herrmann hat ihn in seiner platten Art trotzdem benutzt. Das war blöd, ist aber passiert – er hat dies eingesehen. Deshalb sollte man aus der Angelegenheit keine Staatsaffäre machen. Zurücktreten, wie die Linke es fordert, muss er deswegen schon gar nicht. Zugute halten muss man dem Minister außerdem, dass er in der Sendung „Hart aber Fair“ direkt auf einen Film-Einspieler reagiert hat, in dem ein Bajuware betont, er wolle keine „Neger“ in Bayern haben. Herrmann wollte dem offenbar entgegentreten, aber äußerst ungeschickt.

Der Vorgang hat auch etwas Gutes: Er macht deutlich, wie wichtig es ist, in diesen politisch aufgeheizten Zeiten mit seiner Sprache sorgsam umzugehen, um nicht noch mehr Ressentiments gegen Flüchtlinge zu schüren. Das muss erst Recht beherzigt werden, wenn man wie die CSU versucht, die Lufthoheit über den Stammtischen zu behalten. Spitzenpolitiker haben da eine besondere Verantwortung. Die Medien übrigens auch.

Hart aber Fair in der Mediathek - Äußerung Herrmanns ca. ab Minute 40.

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