Kommentar zu den Hilfen für Griechenland: Athen kauft sich Zeit

Mirjam Moll über die jüngsten Reformvorschläge

Die Finanzminister der Eurozone haben am Dienstag Griechenlands eingereichte Reformvorschläge gebilligt. Ein Kommentar von Mirjam Moll.

Mit dürren Reformvorschlägen in letzter Minute hat sich Gianis Varoufakis lediglich Zeit erkauft. Griechenlands Finanzminister Varoufakis täte gut daran, sie zu nutzen und den ihm entgegengebrachten Vertrauensvorschuss nicht gleich wieder zu verspielen. Denn spätestens im April erwartet man von ihm mehr als Lippenbekenntnisse zum Reformkurs der Institutionen. Schließlich hat man in Athen schon oft ein Heilmittel gegen Korruption, ein funktionierendes Steuersystem und die stärkere Belastung der Reichen versprochen. Jetzt müssen Taten folgen.

Die Partner haben der griechischen Regierung Spielraum eingeräumt, selbst Reformen vorzuschlagen. Damit haben sie Athen zum Hauptakteur gemacht und zugleich in die Verantwortung gezwungen. Sollten sich Varoufakis‘ Reformversprechen also als Worthülsen erweisen, kann er nicht mehr mit dem Finger auf die einstige Troika weisen, die er bislang für die Misere seines Landes verantwortlich macht. Nun muss er selbst zum Reformer werden.

Es wäre ein wichtiges Zeichen des Aufbruchs. Nicht zuletzt für die Investoren, die die neue Links-Rechts-Koalition mit ihrer Hauruckpolitik bereits verprellt hat. Denn erst wenn die Finanzmärkte wieder Vertrauen in Griechenlands Wirtschaft haben, kann diese gesunden.

nachrichten@hna.de

Lesen Sie auch:

- 400 Mrd. Euro: Was machte Athen mit dem Hilfsgeld?

- Eurogruppe stimmt verlängerter Finanzhilfe zu

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.