"Verkehrsbetriebe sind in der Pflicht"

Kommentar zu höheren Bußen für Schwarzfahrer: "Längst überfällig"

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Barbara Will über die drohenden höheren Strafen für Schwarzfahrer

Die Verkehrsminister der Länder knöpfen sich die Schwarzfahrer vor. Ein Antrag im Bundesrat läuft: Wer ohne gültiges Ticket in Bus und Bahn erwischt wird, soll danach künftig 60 statt 40 Euro zahlen - zu Recht, meint HNA-Redakteurin Barbara Will.

Die Verkehrsminister bitten zur Kasse: Geht es nach ihnen, wird Schwarzfahren künftig um die Hälfte teurer. Der Vorstoß ist überfällig. Seit zwölf Jahren kostet die Tour ohne Ticket 40 Euro – während die Fahrkartenpreise regelmäßig steigen.

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Viele Nahverkehrsbetriebe fahren rote Zahlen ein. Die Kosten für die Kontrolleure dürften die Bußgeld-Einnahmen zudem übersteigen. Doch ohne häufige Kontrollen läuft auch ein erhöhtes Bußgeld ins Leere – je seltener abkassiert wird, desto mehr lohnt sich die unsoziale Reise auf Kosten der ehrlichen Fahrgäste.

Für Schwarzfahrer ist Deutschland ohnehin ein Schnäppchenland. Billiger sind nur noch die Holländer. Andere europäische Nachbarn langen hingegen ungleich kräftiger hin – in der Schweiz, in Dänemark, Frankreich und Österreich können schnell mal 100 Euro fällig werden, wenn man ohne Fahrkarte erwischt wird.

Doch auch die Verkehrsbetriebe sind in der Pflicht. Kryptische Preistabellen, Tarifzonen-Pläne, die Übung mit Labyrinthen voraussetzen, und Fahrkarten-Automaten, an denen Ortsunkundige zuverlässig scheitern, machen auch willige Zahler zu unfreiwilligen Schwarzfahrern. Nach der jetzigen Regelung können Fahrgäste straflos davonkommen, wenn sie unabsichtlich ein falsches Ticket gelöst haben – und dabei sollte es auch bleiben.

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