Kommentar zur Homo-Ehe-Debatte: Peinlicher Beitrag

Petra Wettlaufer-Pohl, E-Mail: wet@hna.de

Die Mehrheit der Deutschen hat mit der Homo-Ehe kein Problem - giftige Debatten sind deshalb überflüssig, meint HNA-Redakteurin Petra Wettlaufer-Pohl.

Man möchte rufen: „Bitte schaltet doch mal einen Gang zurück!“ Die Debatte um die sogenannte Homo-Ehe gerät sonst gänzlich aus den Fugen und dürfte von der Mehrheit der bundesdeutschen Gesellschaft nur noch kopfschüttelnd verfolgt werden.

Denn diese Mehrheit hat Umfragen zufolge überhaupt nichts dagegen, gleichgeschlechtliche Partnerschaften der traditionellen Ehe gleichzustellen. Wo eine Mehrheit ist, ist aber auch eine Minderheit, die es anders sieht – und auch deren Sicht der Dinge ist zu akzeptieren.

Ja, es ist ärgerlich, dass die Homo-Ehe nicht von allen anerkannt wird -–aber ist die Ablehnung gleich menschenverachtend in einer Gesellschaft, die offensichtlich weiter ist, als die Politikerschlachten vermuten lassen? Peinliche Beiträge wie der von Michael Roth, der die ureigenste Privatsache der Kanzlerin in der Debatte gegen sie nutzt, sind überflüssig.

Zumal dahinter reine Taktik steht, denn die SPD ist mal wieder Gefangene der Koalition. Würde sie im Bundestag dem Gesetzentwurf der rot-rot-grünen Länder zur Homo-Ehe zustimmen, riskierte sie die Koalition. So wichtig scheint das Vorhaben auch wieder nicht zu sein.

Doch auch in der CDU hat sich etwas bewegt, gibt es unterschiedliche Meinungen zur Homo-Ehe. Deshalb könnte bald gelten, was die Mainzer Ministerpräsidentin Malu Dreyer gestern sagte: „Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist.“

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