Kommentar zur Hooligan-Demo in Hannover: Hoher Preis

Hannover. Bis zuletzt dauerten die juristischen Gefechte im Vorfeld der umstrittenen Anti-Islamismus-Demo, die Hannover am Samstag erwartet. Ein Kommentar von HNA-Redakteur Wolfgang Riek.

Wenn alles getan wird, um ungebetene Gäste schnell wieder loszuwerden, nennt man das landläufig Leute vergrämen. Das Verwaltungsgericht Hannover und - nachdem ihr Verbotsantrag durchgefallen ist - die Polizei tun alles, damit möglichst viele der gewaltbereiten Hooligans und Rechten heute erst gar nicht anreisen.

Schon im Zug kein Bier, dafür aber Vorfeldkontrollen, Vermummungsverbot und die Aussicht, dass lange Schlangen vor der Leibesvisitation noch anstehen, wenn auf dem Busbahnhof schon alles vorbei ist - das könnte manche Freizeit-Randalierer abschrecken.

Trotzdem ist klar: Mit ein paar hundert Polizisten geht diese Strategie nicht auf. Der heutige Einsatz braucht bessere Einsatztaktik als in Köln und vor allem richtig viel Personal. Das ist der Preis für den hohen Wert der Versammlungsfreiheit, den das Verwaltungsgericht betont hat.

Zu Recht, meine ich. Wobei die Richter durchblicken lassen, dass die Abwägung pro oder kontra Verbot beim nächsten Mal auch anders ausfallen kann. Wenn Hannover heute zeigt, dass auch die Vergrämungstaktik Randale mit umgekippten Polizeiautos und Dutzenden Verletzten nicht verhindert, rückt auch ein Verbot in Sichtweite.

Die Hürden sind dank Grundgesetz hoch, das müssen wir aushalten.

Kontakt zum Autor: wrk@hna.de

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