Kommentar zu illegalen Bankgebühren: Geschäft, nicht Shopping

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Kreditbearbeitungsgebühren sind rechtswidrig. Nun droht vielfach die Verjährung von Rückforderungen. Ein Kommentar von Wolfgang Riek.

Recht haben ist die eine Sache, Recht bekommen eine andere: Das lässt sich am Beispiel der Kreditbearbeitungsgebühren wie im Schulbuch erklären. Dass solche Einmalkosten lange zu Unrecht kassiert worden sind, hat der BGH dem Kreditgewerbe schon im Mai ins Stammbuch geschrieben. Wieso sollen Kunden, die Geld gegen Zinsen leihen, auch noch dafür berappen, dass die Bank ihre Kreditwürdigkeit prüft?

Was aus Kundensicht leider fehlt, war die Verpflichtung, unrechtmäßig kassierte Gebühren bitteschön schleunigst zurückzuerstatten - auch ohne Extra-Aufforderung.

Wer Geld zurück will, muss sich also rühren. Mancher ganz schnell. Weil die Rückforderungswelle riesig ist, die Rechtslage aber lange unsicher war, hat der BGH den Beginn der Verjährung zwar ausnahmsweise hinausgeschoben. Für Kredite der Jahre 2011 und früher läuft die Frist dennoch in Kürze ab.

Kompliziert, aber nicht aussichtslos, jenen Kreditinstituten, die schlicht auf Zeit spielen, noch in die Parade zu fahren.

Fälle wie dieser sind zudem ein Argument dafür, Verbraucherberatung finanziell so auszustatten, dass sie alle Verbraucher verlässlich beraten kann. Und schon Schülern beizubringen, dass Geldgeschäfte mit Shopping nichts zu tun haben.

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