Kommentar zum Iranabkommen: Chance für die Welt

Der Atomstreit mit dem Iran ist nach 13-jährigem diplomatischen Ringen beigelegt. Ein Kommentar von unserem Berlin-Korrespondenten Werner Kolhoff.

Es ist nicht lange her, da stand die Welt im Iran der Schwelle zum Atomkrieg am nächsten. Oder einem durch einen israelischen Präventivschlag ausgelösten großen Krieg in der Region. Diese Gefahr ist mit dem Abkommen von Wien zunächst gebannt.

Das Abkommen ist eine Chance für die Welt. Es verhindert eine nukleare Rüstungsspirale im Nahen Osten und zeigt, dass aus Erzfeinden Partner werden können. Mit dem Fortfall der Sanktionen wird dieses stolze Land, dessen Bürger, Männer wie Frauen, extrem gut gebildet und organisiert sind, ökonomisch regelrecht explodieren. Die Mullahs werden nun unter Druck geraten, dem Ende des Atomstreits auch eine gesellschaftliche Öffnung folgen zu lassen. Entschieden ist dieser Kampf noch lange nicht.

Man kann die israelische Angst verstehen. Schon eine einzige Atomrakete würde ausreichen, es auszulöschen. Und es gibt keinen Zweifel daran, dass der Iran sich die Option dazu beschaffen wollte. Aber Israel ist auf Dauer nur sicher, wenn es friedlich mit den Nachbarn lebt. Und muss deshalb auf Veränderungen dort setzen. Tel Aviv sollte deshalb die Chancen erkennen.

Präsident Obama hat auf den letzten Metern seiner Amtszeit die Aussöhnung mit Kuba geschafft und einen Ausweg aus dem Atomstreit mit dem Iran gefunden. Er hat die USA von zwei Uraltkonflikten befreit, in die sie sich bis zur Bewegungslosigkeit verstrickt hatten. Allein dafür hat er jetzt doch noch den Friedensnobelpreis verdient, den er 2009 viel zu früh bekam.

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