Kommentar zum IS-Terror in der Türkei: Globale Geißel

Nach dem Bombenanschlag im türkischen Suruc mit 32 Toten hat die Türkei der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) einen harten Kampf angedroht. Ein Kommentar dazu von Jörg S. Carl.

Alles deutet darauf hin, dass der Anschlag von Suruc das Werk des „Islamischen Staates“ war. Nun rächt sich auch in der Türkei, dass der IS von Anfang an unterschätzt wurde. Weder der zaudernde US-Präsident Barack Obama noch der zerstrittene UN-Sicherheitsrat, noch die Nato, noch die Europäer haben das gewaltige Ausmaß der Bedrohung für möglich gehalten. Die Terrormiliz ist längst keine regionale Bewegung mehr, durch ihre mittlerweile zahllosen Ableger ist das selbst ernannte Kalifat zu einer globalen Geißel der freien Welt geworden.

Jedes Nachgeben, jeder Funken Toleranz gegenüber den scheinfrommen Extremisten ist fatal. Das erlebt jetzt die Türkei unter schrecklichen Umständen. Wichtigstes Ziel ihres Staatschefs Recep Tayyip Erdogan war der Sturz des syrischen Herrschers Baschar al-Assad. Dazu war ihm beinahe jedes Mittel recht. Erdogan duldete den Übertritt von Hunderten Dschihadisten aus der Türkei nach Syrien und er ließ wohl auch zu, dass IS-Kämpfer in türkischen Krankenhäusern versorgt wurden.

Suruc zeigt, dass Erdogan seine wahren Feinde verwechselt. Es ist nicht in erster Linie Assad; es sind derzeit auch nicht die Kurden, deren Erstarken er im Verlauf der Schlacht um die syrische Grenzstadt Kobane fürchtete - es ist der IS, dem es um Machtausdehnung, Mordlust und Ausbeutung geht. Große Teile des syrisch-türkischen Grenzgebiets werden vom Kalifat bereits beansprucht.

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