Kommentar zu Israel und Syrien: Sorge vor großem Konflikt

Jörg S. Carl über Israel und Syrien

Erstmals seit 1982 wird ein israelischer Kampfjet abgeschossen. Die Konfrontation in Syrien nährt die Sorge vor einem großen Konflikt mit Israels Erzfeind Iran. Ein Kommentar von Jörg S. Carl.

Wer Israel provoziert oder angreift, wird das Echo spüren. Es gibt keine Ausnahme von dieser Regel, die das Land in seiner von Kriegen durchzogenen Geschichte meistens erfolgreich angewandt hat und die von den Verbündeten im Westen stets als legitimes Selbstverteidigungsrecht angesehen wird.

Von außen ist schwer zu beurteilen, ob eine iranische Drohne der Auslöser für die jüngsten israelischen Luftangriffe in Syrien war. Der Iran bestreitet das. Allerdings würde Israel nicht grundlos ins Geschehen in Syrien eingreifen. Denn die Regierung Netanjahu hat eigentlich kein Interesse an einer weiteren Eskalation im verfeindeten Nachbarland, denn sie birgt unbeherrschbare Risiken.

Man erinnert sich noch gut ans Jahr 2006, als die vom Iran unterstützte Hisbollah vom Libanon aus Raketen auf Nordisrael regnen ließ. Die israelische Armee konnte die schiitische Terrormiliz nicht besiegen. Die Gefahr eines zermürbenden Krieges gegen die Hisbollah droht nun erneut, weil die Assad-Verbündeten Iran und Hisbollah immer mehr zu zentralen Machtfaktoren im zerfallenden Syrien werden. Das kann Israel auf Dauer nicht dulden.

Wenn Abwarten also keine Option ist, aber eine Intervention als zu riskant gilt, bleibt die vage Hoffnung auf einen dritten Weg: Israel muss den zurzeit noch maßgeblichen Assad-Partner Russland drängen, die beiden anderen im Zaum zu halten. Es ist eine Chance im Verborgenen der Diplomatie, darauf vertrauen sollte man nicht.

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