Kommentar zu Israel-Wahl: Ein Sieg der Angst

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Israel hat gewählt, Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sich zum Sieger erklärt. Dazu ein Kommentar von Nachrichtenredakteur Wolfgang Blieffert.

Wer Israel wohl gesonnen ist, muss angesichts dieses Wahlergebnisses verzweifeln: An Benjamin Netanjahu führt weiter kein Weg vorbei. Der Ministerpräsident, dessen Politik Israel in eine schwere wirtschaftliche und soziale Krise gestürzt hat, dessen Bombenterror gegen den Gazastreifen kaum mehr Sicherheit gebracht hat, und der aus wahltaktischen Gründen das Verhältnis zum Verbündeten USA auf den Gefrierpunkt geführt hat, wird auch die nächste Regierung bilden.

Denn am Ende hat bei zu vielen Israelis die Angst vor der eigenen Courage gesiegt, es fehlte zu vielen der Mut zu Veränderung und Umbruch. Angesichts des riesigen Problemberges und des knappen Wahlergebnisses spräche zwar alles für eine große Koalition. Doch da Netanjahus Likud-Block wieder stärkste Kraft in der Knesset geworden ist und mit einigen radikalen Partnern eine Koalition gebildet werden kann, wird es auch so kommen.

Das sind keine guten Perspektiven für das Land und den dringend notwendigen Friedensprozess. Die einzige Demokratie in dieser Region hätte Besseres verdient.

Kontakt zum Autor:  bli@hna.de

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