Kommentar zu IT-Abkommen: Regeln für Große

Als schwerfällig hatte manch einer die Welthandelsorganisation WTO schon abgeschrieben. Jetzt überrascht sie mit dem bislang größten globalen Freihandelsabkommen für IT-Produkte. Von diesem profitieren vielleicht die Verbraucher, ganz sicher aber die großen Konzerne. Ein Kommentar von Barbara Will

Die Neuauflage war überfällig: 18 Jahre ist das erste Handelsabkommen alt, das die Zölle auf IT-Produkte weltweit im großen Stil kippte. Seitdem ist die Entwicklung der IT-Welt den Paragrafen davongelaufen. Bestseller der 90er haben heute nur noch Nostalgiewert, bei Neuentwicklungen gab es Krach darüber, ob sie unter das Abkommen fallen. Auch die Europäische Union stritt mit und zog gegen die USA, Japan und Taiwan vor der Welthandelsorganisation den Kürzeren.

Nun kann der Verbraucher ab 2016 ein günstigeres Navigationsgerät an die Windschutzscheibe kleben, und der Staat einige Millionen Zolleinnahmen abschreiben. Doch den größten Nutzen von dem Abkommen haben die größten Konzerne auf dem Billionenmarkt IT. Samsung, Intel, Scandisc und Co. werden mit dem Freihandelsabkommen ihren Ausstoß erhöhen und damit ihre Kosten pro Stück weiter senken. Den Nutzen davon haben vielleicht die Verbraucher, ob kleinere Konkurrenten nur dank der Zollfreiheit erstarken, ist hingegen äußerst fraglich. Auf dem Geschäftsfeld Elektronik wird auch weiterhin nach den Regeln der Großen gespielt werden.

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