Kommentar zur Reiselust der Deutschen: Nichts wie weg

Die Reiselust der Deutschen ist ungebrochen - bei der Urlaubsplanung sollte man sich aber auch Gedanken machen über Gewinner und Verlierer im Tourismus, meint HNA-Redakteurin Barbara Will.

Das Geld ist da, Sparen angesichts der Minizinsen wenig attraktiv. Deshalb werden die Deutschen auch in diesem Jahr wieder begeistert die Koffer packen. Das Vertrauen auf die Sicherheit des Arbeitsplatzes und die Aussicht auf steigende Löhne reisen mit.

Krisenherde vermiesen den Deutschen nicht die Reiselust, sie lassen sie umbuchen. Eher dürfte die Touristen der schwache Euro drücken, der Trips in Länder jenseits der Währungsunion verteuert.

Urlauber bringen Geld und schaffen Jobs. Aber sie schaffen auch Verlierer. Gedankenloser Massentourismus belastet die Umwelt, hinterlässt Müllberge und setzt sich in hässlichen Bettenburgen am Strand ein Mahnmal. Örtlichen Behörden sind die Touristen-Devisen mitunter mehr wert als eine inakte Natur.

Reisen regt an und fasziniert. Es spricht nichts dagegen, dem Fernweh nachzugeben – mit Verantwortungsgefühl. Wer bucht, sollte sich fragen, ob seine Tour auch der lokalen Wirtschaft nützt oder nur internationalen Tourismuskonzernen, er sollte darüber nachdenken, ob das Hotel mit Golfplatz in der Wüste wirklich begehrenswert ist. Reisen sollte den Blick auch für Land und Leute weiten – weil diese Erinnerungen länger haften blieben als das Bild von Pool und Strandliege.

Kontakt zur Autorin: wll@hna.de

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.