Kommentar zu 20 Jahre Pflegeversicherung: Alle in der Pflicht

Die Pflegeversicherung wird 20 - ihre Ziele von einst konnte sie aber nur zum Teil erreichen. Eine große Reform ist daher nötig, meint HNA-Redakteurin Petra Wettlaufer-Pohl.

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Wie wurde die Pflegeversicherung 1995 gefeiert. Sie sollte das Risiko abfedern, dass eine steigende Zahl älter werdender Menschen vom Staat abhängig wird. Sie sollte - in der Regel - Frauen ersparen, ihre Gesundheit aufs Spiel zu setzen, um Angehörige ohne Hilfe zu pflegen und dabei auf Berufstätigkeit und eigene Sozialversicherungsansprüche zu verzichten. Und sie sollte Menschen davor schützen, im Heim zu Taschengeldempfängern degradiert zu werden, die ihren Enkeln nicht mal ein kleines Geburtstagsgeschenk machen können.

Vieles hat sich tatsächlich zum Besseren verändert. Endlich sollen nun auch für Demenzkranke Leistungen gewährt werden, endlich gibt es einen Inflationsausgleich. Aber das Geld reicht insgesamt vorne und hinten nicht. Die Kosten steigen durch wachsende Professionalisierung der Pflegebranche. Die bringt den dort Beschäftigten zwar kaum mehr Geld, sorgt aber für mehr Bürokratie.

Komme keiner und fordere mehr private Vorsorge von den gesetzlich Versicherten. Wovon denn noch, werden die meisten Menschen fragen, die ohnehin schon fürs Alter vorsorgen müssen.

Für Pflege trägt die gesamte Gesellschaft die Verantwortung. Daran zu arbeiten, ist eine Aufgabe, der sich gerade eine große Koalition stellen muss.

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