HNA-Kommentar

Erster Tag im Amt: Beim neuen Gesundheitsminister Jens Spahn ist Geduld gefragt

Seinen ersten Tag im Amt hat er gut bewältigt, doch Jens Spahn (CDU) weiß, dass bei Gesundheit und Pflege kein Problem von heute auf morgen gelöst werden kann. Ein Kommentar von Petra Wettlaufer-Pohl.

Für Jens Spahn hat am Donnerstag eine neue Zeit begonnen. Gefragt sind nicht mehr provokante, schlagzeilenträchtige Äußerungen zu diesem und jenem. Gefragt sind Lösungen auf einem Gebiet, mit dem man selten Furore macht. Sein Vorgänger Hermann Gröhe kann ein Lied davon singen. Der Beifall für dessen Pflegereformen war schnell verhallt.

Gesundheit und Pflege gehen zwar jeden an. Da die Probleme aber größtenteils aus finanziellen Strukturen herrühren und auch die beste Reform das Personalproblem nicht löst, ist es schwer, auf diesem Feld zu glänzen. Und wer wie Jens Spahn dazu steht, dass Krankenhäuser im Zweifelsfall geschlossen werden müssen, eckt schnell an.

Glänzen aber möchte Spahn, der das Ende seiner noch jungen Karriere ganz sicher nicht auf dem Stuhl sieht, den ihm die Kanzlerin gerade angeboten hat.

Eins muss man dem 37-Jährigen lassen: Am ersten Arbeitstag als Minister schlug er sich gut: Der Pflegeberuf soll attraktiver, die Bezahlung besser, die Ausbildungsplätze sollen vermehrt werden, so die Botschaft, die freilich schon im Koalitionsvertrag steht. Mit der Bestellung von Andreas Westerfellhaus zum Pflegebevollmächtigten des Bundes aber hat er sogar begeisterten Applaus beim Deutschen Pflegetag geerntet, denn Westerfellhaus ist einer der ihren.

Dass am Donnerstag bekannt wurde, die Pflegekassen hätten 2017 rote Zahlen geschrieben, verweist aber noch auf ein weiteres Problem. Viele Fachleute fordern, dass die Pflegeversicherung selbst grundlegend reformiert werden müsse, da sie Pflegebedürftige in ihrer heutigen Form auf unkalkulierbaren Risiken sitzenlasse. Wie so vieles ist auch das eine Aufgabe, die nicht von heute auf morgen zu bewältigen ist. Und ob man damit Wahlen gewinnt, ist auch nicht sicher.

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