Jan Schlüter über den Bundespräsidenten und Russland

Kommentar zu Gaucks Olympia-Boykott: „Ein Vorbild für Merkel“

Jan Schlüter, stellvertretender Chefredakteur der HNA

Bundespräsident Joachim Gauck wird im Februar nicht zu den Olympischen Winterspielen nach Sotschi reisen - und setzt damit ein Zeichen gegen die politischen Zustände in Russland. Ein Kommentar von Jan Schlüter, stellvertretender Chefredakteur der HNA.

Lesen Sie auch:

- Bundespräsident Gauck boykottiert Sotschi

Lange Zeit war es recht ruhig um Bundespräsident Joachim Gauck bestellt. Doch plötzlich rückt der erste Mann im Staate wieder ins Blickfeld. Dabei ist gar nicht entscheidend, ob er überhaupt je vorhatte, zu den Olympischen Winterspielen ins russische Sotschi zu fahren. Allein die Ankündigung seines Amtes, dass er nicht reisen werde, ist ein Paukenschlag.

Grundsätzlich bringen Besuchsboykotte zwar nicht allzu viel. Diplomaten wissen, dass es trotz großer unterschiedlicher Auffassungen besser ist, miteinander in Kontakt zu bleiben. Aber mit dem Verzicht Gaucks auf einen repräsentativen Besuch bei den Winterspielen nutzt der Bundespräsident perfekt seinen Spielraum aus. Er setzt ein Zeichen gegen Wladimir Putins autoritären Regierungsstil, gegen die Unterdrückung Andersdenkender und gegen die Verfolgung Homosexueller.

Bundeskanzlerin Angela Merkel sollte dem Vorbild Gaucks folgen und ihre Koffer für Sotschi gar nicht erst packen. Dem Sport würde sie damit nicht schaden. Politikfreie Spiele gibt es ohnehin nicht.

Schlagworte zu diesem Artikel

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.