Kommentar zum Antisemitismus in Deutschland: Unerträgliches Treiben

Israels Offensive im Gazastreifen und die vielen Toten unter der Zivilbevölkerung rufen weltweit Proteste hervor. Dabei mischt sich berechtigte Kritik an Israel mit Antisemitismus - auch in Deutschland. Ein Kommentar von Jörg S. Carl.

Es ist wieder Zeit, die Politik an ihre Sonntagsreden zu erinnern. Was folgt denn aus der so oft vorgetragenen Freude darüber, dass knapp 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wieder jüdisches Leben die deutschen Städte bereichert?

Die gegenwärtigen anti-jüdischen Demonstrationen jedenfalls müssen alarmieren. Wenn der Verdacht besteht, aus einer Kundgebung heraus werde der Angriff auf eine Synagoge geplant, wenn Gegendemonstranten angegriffen werden, wenn volksverhetzende Parolen geschrien und Juden wieder der Gastod gewünscht wird, dann ist das unerträglich. Dann muss der Staat einschreiten: mit Festnahmen, Ermittlungen und Demonstrationsverboten.

Der Präsident des Zentralrats der Juden fragt mit Recht, wo denn angesichts des anti-jüdischen Treibens die klaren Verurteilungen aus der Spitze von Staat und Gesellschaft bleiben. Wer schweigt, duldet - dieser Eindruck darf nicht entstehen. Gerade von Islamisten wird Zurückhaltung als Schwäche ausgelegt.

Schließlich noch eine Binse, die jedoch zur Differenzierung beiträgt: Nichts spricht gegen Kritik an der israelischen Regierung, die ihre Besatzungpolitik ins Unendliche dehnt und mit der Hamas einen Krieg führt, der Hunderten Unschuldigen den Tod bringt.

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