HNA-Meinung

Kommentar zum Kampf um Kobane: Die Türkei schaut zu

Seit Tagen stehen türkische Panzer tatenlos an der syrischen Grenze, während IS-Kämpfer die Stadt Kobane einnehmen. Angesichts der Gräueltaten des IS unverständlich. Ein Kommentar von HNA-Redakteurin Petra Wettlaufer-Pohl.

Petra Wettlaufer-Pohl

Die Berichte von der türkisch-syrischen Grenze wirken grotesk: Die Kurden-Bastion Kobane droht trotz Luftangriffen der USA und ihrer Verbündeten zu fallen und die Türkei schaut zu. Im Fernsehen sehen wir die aufgereihten Panzer, die sich seit Tagen nicht rühren.

Wenn es um Kurden geht, bleibt die Türkei hart, sie sind der Feind, der zu bekämpfen ist. Dass die Gräueltaten des IS daran nichts ändern, ist unverständlich.

Auch Deutschland muss fürchten, dass Waffen für die Peschmerga in falsche Hände geraten - aber darf man deshalb die Hände in den Schoß legen oder gar Grenzen schließen und damit den Nachschub für die eingeschlossenen Kurden in Kobane verhindern?

Sicher, die Türkei nimmt Hundertausende von Flüchtlingen aus Syrien auf. Und Präsident Erdogan wird nicht müde, Ratschläge zu erteilen - etwa, dass Luftangriffe gegen den IS nicht ausreichen. Doch selbst tut der zweitgrößte Nato-Partner nichts, diesem Schrecken ein Ende zu bereiten. Für Erdogan sind die eigenen machtpolitischen Erwägungen, zu denen auch der Kampf gegen den syrischen Machthaber Assad gehört, wichtiger als Rückfall ins Mittelalter, den die Terror-Milizen des IS anstreben. Unfassbar.

E-Mail an den Autor: wet@hna.de

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