Kommentar zur Katar-Krise: Eine Mahnung für die Fußballfunktionäre

Die Fußball-WM 2022 wird wohl in Katar bleiben, kommentiert Hagen Strauß. Es sei, das diplomatische Pulverfass am Golf explodiert - aber dann hätte die Welt ein ganz anderes Problem als das Fußball-Turnier.

Niemand hat die Absicht, die Fußball-WM in Katar zum jetzigen Zeitpunkt zu boykottieren oder abzusagen. Wer wie DFB-Präsident Reinhard Grindel anderes andeutet, dem sollte man zunächst einmal keinen Glauben schenken.

Denn Grindel müsste bereit sein, eine Revolution im Weltfußball anzuzetteln und sich mit voller Kraft gegen die mächtige Fifa zu stemmen; ausgerechnet er, der Teil des Systems ist, müsste also dem vordringlichsten Ziel des Weltverbandes - Geldmacherei - den Kampf ansagen. Und er müsste sich auf der anderen Seite politisch darüber im Klaren sein, dass er sich in der momentanen Katar-Krise wie US-Präsident Donald Trump zum Verbündeten Saudi-Arabiens macht.

Einem Land also, das keine Friedensmacht ist, sondern das den weltweiten Terrorismus in vielfältiger Form unterstützt - wodurch die offizielle Erklärung für die derzeitige Isolierung Katars in einem eigentümlichen Licht erscheint. Glaubt jemand ernsthaft, dass der DFB und sein Präsident zu all dem bereit wären und als weltpolitischer Fußball-Revoluzzer auf den Plan treten würden? Wohl kaum.

Die Frage, ob die WM 2022 in Katar tatsächlich gespielt werden wird, stellt sich erst dann mit voller Ernsthaftigkeit, wenn es keinen diplomatischen Ausweg mehr aus dem jetzigen Konflikt geben sollte und das Pulverfass am Golf womöglich explodieren könnte. Was hoffentlich nicht geschieht. Denn dann dürfte die Welt andere Probleme haben, als das der Zukunft des Fußball-Turniers. Von selbst wird die Fifa jedenfalls nicht handeln.

Die jetzige Katar-Krise ist jedenfalls eine neue Mahnung an die Fußballfunktionäre, endlich umzudenken und Turniere künftig nur noch transparent und mit hohen moralischen Anforderungen zu vergeben. Dann wäre Katar nie zum Zuge gekommen - Russland im kommenden Jahr vermutlich auch nicht.

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