Kommentar zu Kauder: Nervös und hilflos

Ist das dritte Hilfspaket für Griechenland für Bundestagsabgeordnete eine Gewissensfrage? Unionsfraktionschef Volker Kauder will davon nichts wissen.

Wer von der Koalitionslinie abgewichen ist, dem droht der Karriereknick. Ein Kommentar dazu von unserem Berlin-Korrespondeten Stefan Vetter.

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Es spricht einiges dafür, dass der Bundestag in der kommenden Woche außerplanmäßig zusammentreten muss, um weitere Finanzhilfen für Griechenland zu beschließen. Denn die Verhandlungen zwischen Athen und den Geldgebern machen offenbar große Fortschritte. Für diesen Fall hat Volker Kauder schon mal die Peitsche herausgeholt. Der Chef der Unionsfraktion drohte Abgeordneten mit einem Karriere-Knick, sollten sie sich einer Zustimmung verweigern.

Beim Thema Euro-Rettung hat der CDU-Mann kein glückliches Händchen. Schon seine Bemerkung, Europa spreche jetzt deutsch, sorgte für Verdruss. Kauders unverblümte Kampfansage gegen abtrünnige Abgeordnete hat ebenfalls das Zeug, den Empörungspegel hoch zu treiben. Dabei hätte er es besser wissen können. Schon, als CDU-Generalsekretär Peter Tauber den eigenen Abweichlern bei der Griechenland-Abstimmung Mitte Juli ein „Geschäftsmodell“ zur Profilierung auf Kosten anderer Abgeordneter unterstellte, war der Ärger groß. Ob Kauder wirklich glaubt, die Zahl der Abweichler so reduzieren zu können? Eher ist eine Trotzreaktion zu erwarten.

Kauders Attacke zeigt, wie nervös und hilflos die Unionsoberen mittlerweile sind, um weitere Milliarden für Griechenland zu rechtfertigen.

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