Kommentar zu neuen Beiträgen der Krankenkassen: Kein Sparmodell

2015 können gesetzliche Krankenversicherungen selbst über den Zuschlag entscheiden, einen obligatorischen Jahresbeitrag wird es nicht geben. Ein Kommentar dazu von Barbara Will.

Wenigstens in einem Punkt sind die neuen Zusatzbeiträge der gesetzlichen Krankenkassen durchdacht: Wer mehr verdient, zahlt mehr als Beschäftigte mit einem schmalen Einkommen. Doch das ist auch schon der einzige Vorzug gegenüber dem Nachschlag in Festbeiträgen, den die Kassen von ihren Mitgliedern eintreiben konnten.

Millionen Beitragszahler müssen für den Zusatzbeitrag in etwa das ausgeben, was sie durch die Senkung der Krankenkassenbeiträge sparen. Die Versicherer wiederum taktieren vorsichtig. Um keine Mitglieder zu vergraulen, werden sie auch bei angespannter Finanzlage nicht so kräftig hinlangen, wie sie müssten. Reiche Kassen hingegen werden ihre Reserven nicht durch den Verzicht auf Zusatzbeiträge vorzeitig schmälern. Dass es in Zukunft für die Versicherten teurer wird, ist abzusehen, denn die Kosten im Gesundheitswesen steigen weiter.

Ein Sparmodell ist die Krankenkassenreform nicht. Verbraucher wären trotzdem schlecht beraten, wegen einiger Euro Ersparnis hektisch die Kasse zu wechseln. Im Wettbewerb können die Kassen nicht mit niedrigen Beiträgen punkten, sondern nur mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis. Nur so können Versicherte von dem neuen Beitragssystem profitieren.

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