HNA-Kommentar

Zum Kirchensteuerurteil: Kirche wie ein Verein?

Die mit Spannung erwartete Entscheidung über die Frage, ob man keine Kirchensteuer mehr zahlen, aber trotzdem noch der Glaubensgemeinschaft der katholischen Kirche angehören kann, ist gegen den „Kirchensteuer-Rebellen“ und Kläger Hartmut Zapp ausgefallen. HNA-Politikchef Tibor Pézsa kommentiert das Kirchensteuerurteil.

Tibor Pézsa (tpa@hna.de) über das Kirchensteuerurteil

Man stelle sich vor, was passiert wäre, wenn der Kirchensteuerverweigerer Hartmut Zapp mit seinem Vorhaben durchgekommen wäre. Die Sache hätte das deutsche Kirchensteuersystem über kurz oder lang zerstört. Denn mit Christus und dem Glauben an Gott sympathisieren mehr Menschen als mit der Kirche und ihren Vertretern.

Das wissen auch die deutschen Bischöfe, und so zogen sie vor der Leipziger Urteilsverkündung den Zaun um die Kirche höher. Wohlbemerkt: den Zaun um die katholische Kirche in Deutschland, was schon vom Wortsinn „katholisch“ (weltumspannend, alles betreffend) ein bemerkenswerter Widerspruch ist.

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Drinnen oder draußen? Das Leipziger Urteil folgt der Logik: Wer in einem Verein ist, muss auch Mitgliedsbeiträge bezahlen. Die Bischöfe können sich dadurch aber nur vordergründig bestätigt fühlen. Denn der Staat mag die Kirche zwar wie irgendeinen Verein sehen. Sie selbst aber kann dies nicht tun. Sie ist ein Geschenk Gottes, eine Glaubensgemeinschaft, an deren Anfang keine Beitrittserklärung steht, sondern die durch nichts und niemanden aufhebbare Taufe in Jesus Christus. - Außer einer will keine Kirchensteuer mehr zahlen? Kaum zu glauben. Ein gutes Urteil für die Kirche, doch überzeugender macht es sie nicht.

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