Kommentar zum Kirchentag: Schwierige Mission

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Zum Kirchentag strömen die Massen, doch die Kirchen verlieren zunehmend Mitglieder. Trotzdem kann die Veranstaltung helfen, Menschen für Kirche zu interessieren, meint HNA-Redakteurin Petra Wettlaufer-Pohl.

Kann ein Thema aktueller sein? Tag für Tag herrscht Krieg auf der Welt, sind Menschen auf der Flucht, deren Hoffnung Europa heißt und oft ganz konkret Deutschland.

Die evangelische Kirche ist also auf der Höhe der Zeit, wenn sie ihren Kirchentag diesen Themen widmet. Denn in Stuttgart geht es in diesen Tagen nicht um fromme Forderungen, die andere erfüllen sollen. Die Kirche ist in der Flüchtlingsarbeit mittendrin.

Und dennoch ist damit längst nicht alles gut, können die Massen, die nach Stuttgart geströmt sind, nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Kirche ein Problem hat. Es fehlt ihr jenseits der Kirchentage zunehmend an Gläubigen, die sich zu ihr bekennen.

Damit ist sie nicht allein. Ein Bekenntnis zu bestimmten Werten mit einer Mitgliedschaft zu verbinden, die auch Verantwortung und sichtbare Identifikation bedeutet, scheint offensichtlich für immer weniger Menschen einen Sinn zu haben. Sich mal hier und mal da zu engagieren --projektorientiert -- ist heute eher gefragt. Veranstaltungen wie der Kirchentag können aber helfen zu zeigen, dass Engagement für die Gesellschaft immer auch einen Bezug zu christlichen Werten hat. Ob es der Kirche auf Dauer hilft, ist eine andere Frage.

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