Kommentar: Zu klein fürs große Amt - Martina Wewetzer über Wulffs TV-Auftritt

Bundespräsident Christian Wulff trotzt aller Kritik und will im Amt bleiben. Seine Erklärungen, seine Entschuldigungen, Bekenntnisse - sie alle haben einen fahlen Beigeschmack und ihn als Staatsoberhaupt eigentlich unmöglich gemacht. Sein Fernsehauftritt ändert daran nichts.

Martina Wewetzer (E-Mail: mwe@hna.de)

Wulff selbst hat alles dazugetan, einen Rücktritt unausweichlich erscheinen zu lassen. Er hat das ranghöchste Amt der Republik beschädigt und hätte es doch besser wissen müssen. Nun von einem Lernprozess zu reden, ändert nichts daran, dass er mit seiner Scheibchentaktik vorerst jeglichen Anspruch auf Glaubwürdigkeit verspielt hat.

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Im deutschen Verfassungsgefüge hat der Bundespräsident eigentlich keine Macht - einzig die des Wortes. Das ist wenig und doch sehr viel zugleich. Diese Chance hat Wulff bis heute nicht genutzt. Daran ändert auch sein kläglicher Auftritt im Fernsehen nichts. Wulff ist zu klein für sein großes Amt. Angesichts von Kredit-Schnäppchen und Drohanrufen bei Journalisten fehlt ihm für künftige Aufgaben die Glaubwürdigkeit.

Die Möglichkeit seines Amtes, gesellschaftspolitische Themen zu setzen, hat er verspielt. Das ist der eigentliche Jammer mit Christian Wulff.

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