Kommentar zur Lage bei K+S: Kleine große Kaliwelt

Wie unter einem Brennglas zeigt die auf wenige Unternehmen konzentrierte Kaliproduktion, wie Globalisierung funktioniert. Eine Einordnung von HNA-Redakteurin Barbara Will.

Vom Erdkrater am Rande Sibiriens bis zur Börse in Frankfurt ist es nur scheinbar ein weiter Weg. Dass der Wassereinbruch in die Grube des russischen Konzerns Uralkali für einen Moment den Aktienkurs des Konkurrenten K+S bewegt hat, ist nicht erstaunlich. Wenn Millionen Tonnen eines wertvollen Rohstoffs drauf und dran sind baden zu gehen, stehen die Chancen gut, dass die Preise steigen und damit die Gewinne jener Konkurrenten, welche trockene Gruben haben.

Denkt man in den klassischen ökonomischen Kategorien Angebot und Nachfrage, funktioniert das Kaligeschäft genau wie andere Branchen. Das Besondere ist, dass nur wenige Konzerne das Geschehen bestimmen. In einer Mischung von Konkurrenzdenken und Allianz-Strategie sind sie einander in herzlicher Freundfeindschaft verbunden. Die große kleine Kaliwelt ist ein Mikrokosmos der Globalisierung, sie zeigt wirtschaftliche Zusammenhänge wie unter einem Brennglas.

Der gestiegene Aktienkurs bringt K+S keinen zusätzlichen Gewinn ein, und auf die Arbeitsplätze wird es keinen Einfluss haben, wenn in Russland der Verlust einer Kalimenge droht, die gerade einmal drei Prozent der weltweiten Kapazität ausmacht. Allenfalls der Platz von K+S im Dax, dem Club der Börsenoberliga, ist durch den Kursanstieg gefestigter. All das ist weder ein Grund zur Panik noch zur Euphorie. Aber interessant ist der Blick ins Kali-Biotop eben doch.

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