Kommentar zum Klimagipfel: Ein Papier für die Welt

195 Staaten haben sich in Paris auf Ziele für eine globale Energiewende geeinigt. Ein Kommentar von Werner Kolhoff

Paris war für den globalen Klimaschutz ein großer Erfolg. Aber der wirkliche Glaubwürdigkeitstest kommt noch - bei der Umsetzung des Vertrages. Ein riesiger Fortschritt liegt darin, dass die menschengemachte Ursache des Klimawandels von niemandem mehr geleugnet wird. Und dass sich 195 Staaten gemeinsam dem Ziel verpflichten, die Erderwärmung auf zwei Grad zu begrenzen, wenn möglich sogar auf 1,5 Grad, ist ein historisches Versprechen.

Allerdings, und hier beginnt das große Aber, das wird nur gelingen, wenn alle 195 Staaten den Abschied von der fossilen Energie wirklich wollen. Daran aber muss gezweifelt werden. Sicher, die Insel- und Meeresregionen sowie die modern denken Industriestaaten wie Deutschland möchten gern schnell auf Ökotechnik umschalten. Ein anderer Teil der Staaten aber will im Gegensatz dazu in Wirklichkeit noch sämtliches Öl und alle Kohle aus seinen Böden fördern. Und ein weiterer will diese fossile Billigenergie weiter nutzen. Er braucht Wachstum um jeden Preis.

Paris ist der Versuch, diese fundamental gegensätzlichen Interessen durch Vereinbarungen zu überwinden. Man kann Staaten letztlich nicht zwingen. Aber man kann ab jetzt immer auf diesen Vertrag hinweisen, man kann die Sünder des Wortbruchs anklagen, vor der Welt und vor ihren eigenen Öffentlichkeiten. Der Pariser Klimavertrag ist nur ein Stück Papier, mehr nicht. Aber die Welt hat kein anderes.

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