Kommentar: Die Klügere gibt nach

Tibor Pézsa, Chef der HNA-Politikredaktion, über Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihre Zustimmung zu einem Bundespräsidenten Gauck:

"Die Kanzlerin wird sich geärgert haben, als sie Sonngagnachmittag die Nachricht vom Umfallen der FDP erhielt. Denn beide Seiten, Union und FDP, hatten Joachim Gauck im Juni 2010 gemeinsam gestoppt, um ihren Wunschkandidaten, Christian Wulff, ins Palais Bellevue zu wählen. Nun also soll alles anders sein, nur weil die FDP plötzlich das Bedürfnis verspürt, sich an einen Umfrage-Liebling anzuschmiegen?

So schwer, wie es Angela Merkel damals gefallen ist, gegen Gauck zu sein, so schwer wird es ihr jetzt gefallen sein, für ihn zu sein. Gauck ist eigentlich ein Kandidat ganz nach dem Geschmack der Kanzlerin. Aber er ist eben auch ein Spielball derer, die mit ihm Merkel schaden wollen - damals wie heute.

Wird Philipp Rösler und Rainer Brüderle am Montag gelingen, was Jürgen Trittin und Sigmar Gabriel damals nicht schafften? Wohl kaum. Denn die Klügere hat nachgegeben. Soll doch die FDP ihr Mütchen kühlen, wird sich Merkel gedacht haben. Wann Koalitionskrise ist, bestimme ich.

Die FDP festigt mit dieser Aktion ihren Ruf als unzuverlässige Umfaller-Partei. Merkel dagegen erweist sich wieder einmal als Meisterin des Möglichen. Die Deutschen werden es ihr danken." tpa@hna.de

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