Kommentar zum Koffer-Urteil für Fluggäste: "Blankoscheck und Mahnung"

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Detlef Drewes zum Koffer-Urteil für Fluggäste

Fluggesellschaften dürfen für aufgegebenes Gepäck Zusatzgebühren verlangen. Das hat der Europäische Gerichtshof in Luxemburg entschieden. Ein Kommentar von Detlef Drewes.

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Was noch vor Jahren undenkbar war, gehört inzwischen zur Normalität bei Flugreisen: Zusatzleistungen müssen extra bezahlt werden. Das ist nachvollziehbar, wenn man zum einen im harten Preis-Wettbewerb um den Passagier die Nase vorn haben will und Leistungen genau auf verschiedene Bedürfnisse an Bord zuschneiden möchte. Wer mit wenig Gepäck im Mini-Koffer auskommt, soll nicht den Aufwand für alle anderen mitzahlen müssen, die mit mehreren Gepäckstücken antreten. Wer meint, dass er den Flug ohne Kaffee, Tomatensaft oder Dose Bier nicht übersteht, kann dies haben. Aber er muss dafür zahlen.

Das oberste Gericht der EU hat den Airlines zwar viel Freiheit bei der Preisgestaltung eingeräumt, ihnen aber auch gleichzeitig eine Warnung erteilt. Denn die Aufforderung, alle Zusatzkosten bereits vor Beginn der Buchung transparent und offen darzulegen, ist noch keineswegs so selbstverständlich, wie der oft gehörte Appell glauben machen soll. Ganz im Gegenteil. Immer noch muss man auf Webseiten und in Katalogen lange suchen, bevor klar ist, was eine Reise mit Familie und vier Koffern kostet. Insofern ist das Urteil beides: ein Blankoscheck für neue, auch für Fluggäste attraktive Preismodelle. Und zugleich eine Mahnung, dabei alle Grundsätze der Fairness und Transparenz einzuhalten.

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