Kommentar zu den Kriegsdrohungen in Nordkorea: Zeit für Mäßigung

Nordkoreas kommunistischer Machthaber Kim Jong Un hat die Grenztruppen des Landes in höchste Gefechtsbereitschaft versetzt. Ein Kommentar von Jörg S. Carl.

Auf den ersten Blick könnte man den kleinen Mann aus Nordkorea als spinnerten Machthaber abtun. Als Diktator, der gern bellt, aber selten - und wenn dann nur interne Widersacher - beißt. Man kennt ja das Säbelrasseln aus dem Reich des Steinzeit-Kommunismus. Darauf reagiert die Weltgemeinschaft entweder mit Sanktionen oder Verhandlungsangeboten. Alles wie immer also?

Im Korea-Konflikt gibt es zurzeit nur eine eindeutige Antwort: Kim Jong Un will stets aufs Neue wichtig genommen werden. Der Mann ist gefährlich, weil er wie das gesamte Regime unberechenbar ist. Irrationale Handlungen sind nicht ausgeschlossen. Und über allem schwebt eine apokalyptische Drohung: Den Griff zum Atombombenknopf kann auch ein kleiner Tyrann mit kurzen Armen ausführen.

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Kim Jong Un versetzt Grenztruppen in Kampfbereitschaft

Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel haben sich zuletzt pingpongartig verstärkt, wobei Tempo und Wirkungen der Schläge zunehmen: wechselseitige Propaganda, Militärmanöver mit Beteiligung der USA, Grenzgefechte mit verletzten Soldaten.

Es ist also wieder höchste Zeit für Deeskalation, für eine neue Verhandlungsinitiative, die als Nebeneffekt Kims Eitelkeit schmeicheln würde. Den USA kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Denn Washington sollte auch seinen Verbündeten Südkorea in die Pflicht nehmen: weniger Lautsprecherprovaktionen gegen den Norden und mehr leise Töne der Diplomatie.

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