Kommentar zur Krise der Fifa: Warten auf ein Wunder

Die Fifa steht nach der Festnahme mehrerer Funktionäre unter Druck. Sepp Blatter will sich dennoch wieder zu ihrem Chef wählen lassen. Ein Kommentar zur Krise des Fußball-Weltverbandes von Wolfgang Blieffert.

Das Wunder von Bern handelte - verkürzt gesagt - von elf Freunden, denen es gelang, einen unbezwingbaren Gegner niederzuringen und Weltmeister zu werden. Das 3:2 von 1954 erscheint heute wie ein Relikt aus einer guten alten Zeit, als es im Fußball nicht nur um Tore ging, sondern auch um Werte wie Ehre und Treue, Fairness und Ehrlichkeit.

Natürlich ist das ein verklärter Blick. Aber er wird für den verständlich, der auf den heutigen Weltfußball schaut. Da tun sich Abgründe auf - mit mafiösen Monopolstrukturen, Milliarden-Profiten und korrupten Funktionärscliquen. Denn der Fußball - und der Massensport insgesamt - ist zu einem Geschäft verkommen, mit dem sich so irrsinnig viel Geld verdienen lässt, dass die guten Sitten inzwischen verdorben sind.

Das Problem ist deshalb schon nicht mehr der selbstherrliche Pate von Zürich, sondern ein weltumspannendes Paralleluniversum namens Fifa, das sich seine eigenen Werte und Normen geschaffen hat. Kein Wunder, dass sich Fifa-eigene Ethik-Kommissionen als Alibi-Veranstaltungen erwiesen.

Dass staatliche Ermittlungsbehörden nun energisch eingeschritten sind, ist deshalb zu begrüßen. Bis zu einem Wunder von Zürich ist es aber noch ein weiter Weg.

Alle Beiträge rund um den Fifa-Skandal finden Sie hier.

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