Kommentar zur Krise des Rubels: "Mit dem Rücken zur Wand"

Die russische Wirtschaft leidet, doch steht zu befürchten, dass Präsident Putin den Westen dafür verantwortlich macht. Keine guten Aussichten auch für den Ukraine-Konflikt, sagt HNA-Redakteurin Barbara Will.

Die Rubelkrise drückt Russland wirtschaftlich und politisch an die Wand. Die EU-Sanktionen und der Ölpreisverfall haben sich zu einer für das Land toxischen Kombination vereint.

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Die russische Wirtschaft ist vom ausländischem Kapital abgeschnitten und leidet unter teurer gewordenen Importen. Gleichzeitig rächt sich, dass der Staat Wirtschaftsreformen verschleppt hat und die Devisen, mit denen er seine Auslandsschulden bezahlt, zum großen Teil mit dem Export von Öl und Gas verdient.

Das Land dreht sich im Teufelskreis. Um den Rubel zu stützen, muss die Zentralbank Milliarden einsetzen und ihre Devisenreserven abschmelzen. Eine weitere Zinserhöhung würde dem Rubel wohl eine Atempause verschaffen, aber die Wirtschaft noch mehr abwürgen. Der Kurssturz wiederum treibt die Verbraucherpreise in die Höhe.

Die EU-Sanktionen haben ihr Ziel so gut erreicht, dass sie drohen, zum Misserfolg zu werden. Präsident Wladimir Putin wird mit Härte reagieren, statt einzulenken. Denn er verdankte seine Popularität auch einer gedeihenden Wirtschaft – nun steht er mit dem Rücken an der Wand. Je stärker es in der Bevölkerung gärt, desto mehr wird er dem Westen die Schuld an der Misere geben. Der wirtschaftliche Kollaps erhöht nicht die Chancen, den Ukraine-Konflikt zu befrieden, sondern macht sie zunichte.

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