Versuchte Übernahme

Kommentar zu K+S: Nur kein Staatsgeld

Um die Übernahme durch den kanadischen Rivalen Potash zu verhindern, sucht der Kasseler Salz- und Düngemittelhersteller K+S Hilfe bei der Bundesregierung. Ein Kommentar von HNA-Redakteurin Martina Hummel.

Niemand in der Region wird ein Interesse daran haben, dass hier Arbeitsplätze verschwinden – schon gar nicht bei einem Konzern wie K+S, der Millionen verdient und Tausende Menschen vor Ort beschäftigt.

Dennoch muss die Frage erlaubt sein, ob ein Engagement der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) der richtige Weg ist, um eine Übernahme abzuwenden? Es wäre mindestens eine Milliarde notwendig, um die entsprechende Zahl von Aktien zu kaufen, bis eine Sperrminorität erreicht würde. Wie sollte dieses Geld – was letztlich Steuergeld ist – zurückgezahlt werden?

Es ist völlig legitim, dass mit allen Mitteln versucht wird, diese Übernahme seitens Potash abzuwenden. Das ist nun einmal der Job der Vorstände. Dazu kann es auch gehören, bei der Bundesregierung nachzufragen, ob der Staat als Großaktionär einspringt, um die Kanadier zu vergrätzen.

Doch ein KfW-Einsatz ist auch deshalb fragwürdig, weil er viel zu spät kommt. Ein echter weißer Ritter hätte prompt gehandelt – und das Angebot an die Aktionäre und das Geld auf den Tisch gelegt. Jetzt funktioniert solch eine Idee nur noch als Kurstreiber.

Deshalb kann die Antwort auf ein Engagement der KfW nur heißen: Finger weg von Staatsgeld. Es sichert vielleicht für eine gewisse Zeit Arbeitsplätze, aber nicht auf Dauer. Beispiele? Braunkohle, Erneuerbare Energien. Das ist bitter. Vielleicht würde Potash sogar die Lust auf K+S verlieren, doch was ist, wenn danach ein anderer Mitbewerber anklopft?

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