Kommentar zum Ende des Bildungsgipfels: Kultusminister Lorz ist angezählt

Seit neun Monaten tagte in Hessen ein Bildungsgipfel, um die wichtigsten Ziele und Grundpositionen parteiübergreifend festzulegen. Nun ist der Gipfel ergebnislos zu Ende gegangen. Ein Kommentar von Ullrich Riedler

Der Berg kreißte - und gebar noch nicht einmal eine Maus. Am Ende des hochgejubelten Bildungsgipfels steht der Kultusminister mit leeren Händen da. Umarme deine Gegner und binde sie ein, war sein Motto. Doch nach neun Monaten fruchtloser Treffen in zahlreichen Arbeitsgruppenendet seine gut gemeinte Aktion im Fiasko. Noch nicht einmal auf ein Abschlussdokument konnte man sich einigen.

Nun ist Alexander Lorz angezählt. Statt positiver Schlagzeilen sorgt sein Ressort bislang vor allem mit Stellenabbau-Plänen an Grundschulen und gymnasialen Oberstufen für Aufregung. Positivbotschaften mit Substanz sind bislang Mangelware. Stattdessen kursierte in der FAZ eine Meldung, dass der studierte Jurist als Richter zum Bundesverfassungsgericht wechseln könnte, was der Minister natürlich flugs dementiert.

Liegt Lorz etwas an seinem Amt, dann muss der diskursfreudige Christdemokrat endlich liefern. Und sein Regierungschef sollte ihm dabei keine Steine in den Weg legen. Will das Land einen Spitzenplatz in der Schulbildung einnehmen, muss man finanziell mehr klotzen als kleckern. Volker Bouffier müsste eigentlich selbst wissen, dass Bildungspolitik Wahlen entscheiden kann.

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