Kommentar zum Kurssturz bei der Deutschen Bank: "Kein Gedulds-Bonus"

Die Deutsche Bank steckt in einer tiefen Krise und ringt um Vertrauen. Der Aktienkurs stürzt seit Jahresbeginn ab. Der Vorstand bemüht sich um Beruhigung und betont die Zahlungsfähigkeit. Doch das scheint an der Börse zu verpuffen. Ein Kommentar von Nachrichtenredakteurin Martina Hummel.

Die Deutsche Bank, das war doch jenes Geldinstitut, das Leistung und Leidenschaft verspricht. Und nun? Angesichts des dramatischen Kurssturzes fühlt sich das Geldhaus genötigt, die Zahlungsfähigkeit zu betonen. Dieses öffentliche Bekenntnis ist sehr ungewöhnlich, aber als Beruhigungspille hat es nicht gewirkt.

Schaut man einzig auf den Aktienkurs, dann ist dieses Geldinstitut aus Sicht der Börse dermaßen heruntergewirtschaftet, dass sich fast schon Mitleid regt. So lausig ist der Zustand nach all den Rechtsstreitigkeiten.

Doch statt die Zahlungsfähigkeit zu betonen, wäre es besser, wenn Bankchef John Cryan Lösungen für all die Probleme des Hauses präsentieren würde. Denn die Zeit drängt. An der Börse gibt es keinen Gedulds-Bonus - erst recht nicht in Zeiten des Hochfrequenz-Computerhandels.

Mit einem derart niedrigen Börsenwert könnte die Bank, sogar trotz aller offenen Rechtsstreitigkeiten, schnell zum Übernahmekandidaten werden. Der Schutzschild, den ein hoher Börsenwert bildet, bröckelt. Aufbauen oder auch nur kitten lässt er sich allenfalls mit einem schlüssigen Konzept. Bis dahin gilt: Das Haus sauber machen, Kopf oben behalten.

Vertrauen schafft man nicht dadurch, dass man die eigene Zahlungsfähigkeit betont, sondern mit dem entsprechenden Geschäftsbericht. 

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