Kommentar zu längerem Arbeiten: Verfehlter Vorschlag

Nach der Jungen Union schlägt auch Finanzminister Wolfgang Schäuble in der Rentendebatte vor, dass die Menschen länger arbeiten sollten. Falsch, meint HNA-Korrespondent Werner Kolhoff.

Wolfgang Schäuble, 73, wird auch mit 80 Jahren noch arbeiten wollen. Er braucht das. Nur kann und will das nicht jeder. Es ist falsch, abschreckend und daher destruktiv, die Debatte über die langfristige Bezahlbarkeit des Rentensystems mit dem am schwersten durchzusetzenden Mittel zu beginnen. Das weckt alle Widerstände.

Die Logik, dass mit der älter werdenden Gesellschaft alle gleichermaßen automatisch länger arbeiten müssten, ist außerdem keine. Logisch denkbar ist genauso, dass das nur diejenigen tun, die es wie Schäuble wollen. Und ebenso, dass für die Alten, wenn schon nicht die Jungen, dann doch wenigstens die Toten aufkommen, etwa über eine höhere Erbschaftssteuer zugunsten einer Grundsicherung. Denkbar ist auch die bessere staatliche Förderung von Riester- und Betriebsrenten.

Es gibt also viele Varianten jenseits der Rente mit 70, die schon als Schlagwort abschreckt. Im Übrigen: Soll doch die Rente mit 67 erst einmal Realität werden. Das ist schwer genug umzusetzen.

Rubriklistenbild: © k r o h n f o t o . d e

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