Kommentar zur Lage in Griechenland: Neuwahlen sind riskant

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Der griechische Premier Alexis Tsipras macht mit seinem Rücktritt den Weg frei für Neuwahlen. Ein Kommentar von HNA-Korrespondent Detlef Drewes.

Tsipras hat recht: An Neuwahlen in Griechenland führt kein Weg vorbei. Deshalb trat er zurück. Innerhalb von gerade mal acht Monaten hat sich der Premier vom lautstarken Gegner aller Reformauflagen der Geldgeber zu deren Verteidiger entwickelt. Der Regierungschef musste das Wort brechen, das er seinen Wählern gab. Eine Mehrheit bringt sie nur noch mit Mühen zusammen.

So kann man das Land nicht derart umfassend sanieren, wie Tsipras dies den EU-Institutionen als Gegenleistung für ein 86 Milliarden Euro schweres, drittes Hilfspaket versprechen musste. Demokratisch macht der Premierminister alles richtig, politisch ist der Schritt fatal. Nichts kann das Land im Moment weniger gebrauchen als eine Führung, die nicht handlungsfähig ist.

Nach dem Kraftakt der zurückliegenden Wochen brauchen die Griechen ruhiges Fahrwasser und eine politische Spitze, die handeln kann. Die Vorstellung, es könne zu einem erneuten Machtwechsel kommen, am Ende gar zu einer Übernahme der Regierungsgeschäfte durch die Gegner des jetzigen Abkommens mit dem Euro-Raum, ist erschreckend - und schädlich. Denn für potenzielle Investoren bedeutet das, was sich in Athen da jetzt anbahnt, weitere Unsicherheit und Ungewissheit.

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