Kommentar zur Lage in der Ukraine: Spiel mit dem Feuer

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Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine spitzt sich zu, die handelnden Personen in Kiew verkennen den Ernst der Lage. Ein Kommentar von HNA-Nachrichtenredakteur Wolfgang Blieffert.

Georgiens Präsident spielte mit dem Feuer und verbrannte sich erheblich: Michael Sakaaschwili startete 2008 eine Militäroffensive gegen südossetische Separatisten, was Russlands Präsident Putin mit einer massiven Intervention beantwortete, die bis auf georgisches Staatsgebiet führte. Moskau war provoziert worden und schlug gnadenlos zurück.

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Ein ähnliches Szenario muss befürchten, wer die jüngsten Ereignisse in der Ukraine verfolgt: Der in freier Wahl ins Amt gekommene Präsident Janukowitsch, ein treuer Freund Moskaus, wird gestürzt. Die neuen Machthaber sehen die Zukunft des Landes in einem Assoziierungsabkommen mit der EU, nicht in einer eurasischen Wirtschaftsunion, wie sie Kreml-Chef Putin anstrebt. Und im Chaos des Umsturzes werden Gesetze beschlossen, welche die starke russische Minderheit in der Ukraine als ernste Bedrohung empfinden muss.

In Kiew wird mit dem Feuer gespielt, die handelnden Personen - viele von ihnen politisch naiv und unerfahren - verkennen aber den Ernst der Lage. Denn in dem eskalierenden Konflikt geht es nicht nur um die souveränen Rechte der Ukraine. Er betrifft auch die Interessen der Großmacht Russland, ihre berechtigten und eingebildeten Ängste vor Nato-Truppen an der Haustür und vor wirtschaftlichem Abstieg gegenüber der EU.

Viel zu lang ist es her, dass mit Moskau über ein gemeinsames europäisches Haus gesprochen wurde. Ein Dialog darüber scheint dringlicher denn je.

Mail an den Autor: bli@hna.de

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