Kommentar zur Lage in Venezuela: Hunger als Wahlhelfer

Die Lage in Venezuela wird dramatischer. Geschäfte werden geplündert, Teile des Volks hungern. Präsident Nicolas Maduro versucht auf perfide Art, aus dem Leid Kapital zu schlagen. Ein Kommentar von Nachrichtenredakteur Peter Klebe

Die Schreckensnachrichten aus Venezuela lassen den Atem stocken: Als wäre es nicht schon schlimm genug, dass das ölreiche Land völlig verarmt und unter einer gigantischen Inflation leidet, dass Supermärkte von hungernden Menschen geplündert werden und auf den Straßen Chaos herrscht: Präsident Nicolás Maduro setzt noch eins drauf und versucht, aus dem von ihm und seiner sozialistischen Regierung verursachten Elend Kapital in Form von Wählerstimmen zu schlagen.

Das perfide System zwingt Menschen dazu, sich in ihrer Not zu den Sozialisten zu bekennen. Lebensmittelscheine gegen die Versicherung, die Regierung zu unterstützen. Die Alternative: Vergebliches Schlangestehen vor Geschäften mit leeren Regalen.

Auch die Pläne, mehr Öl zu fördern und eine neue Digitalwährung einzuführen, werden die Krise in Venezuelanicht lösen. Niemand wird die Kunstwährung anerkennen, Venezuela wird kaum von steigenden Ölpreisen profitieren. Schon gar nicht unter einem Präsidenten, der die humanitäre Krise schlicht leugnet.

Der „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“, den einst Revolutionsführer Hugo Chávez begründen wollte, ist krachend gescheitert. Populisten wie Maduro knechten lieber ihr Volk und unterdrücken die Opposition, statt aus Fehlern zu lernen. Das Land versinkt im Chaos. Ein Ende ist nicht absehbar.

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