Kommentar zum Lageso: Es geht um Menschen

Lageso, die Abkürzung für das Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales, ist in den vergangenen Monaten zum Synonym für all die Probleme rund um den Flüchtlingsstrom geworden. Ein Kommentar von Wolfgang Blieffert.

Lageso steht für das tausendfache Schicksal vor allem syrischer Flüchtlinge, für die Überforderung und manchmal die Unfähigkeit staatlicher Behörden, für das Engagement tausender Helfer.

Hat es in diesem Umfeld jetzt einen Todesfall gegeben? Die Nachrichtenlage war lange unklar, Spekulationen schossen vor allem im Internet ins Kraut, bis die Polizei am Abend von einer Erfindung sprach.

Egal wie der Fall letztlich ausgeht, er verdeutlicht, dass in der gegenwärtig aufgeheizten politischen Situation oft das Wesentliche aus den Augen verloren wird: Es geht nicht nur um Obergrenzen und Außengrenzen, um Plan B und Plan A2, um Einhaltung von Schengen-Regeln und Auflösung von Rechtsnormen, sondern vor allem um Menschen. Um Flüchtlinge in zumeist existenzieller Not, um Helfer im Ausnahmezustand, um Einheimische mit berechtigten Ängsten und Sorgen. Es täte dem gesellschaftlichen Klima im Land gut, wenn sich alle Beteiligten dies ab und an vor Augen führten. 

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