Kommentar zu Landtag gegen K+S-Übernahme: Nicht nur abblocken

In einem gemeinsamen Antrag haben sich die schwarz-grüne Regierungskoalition und die SPD gegen eine Übernahme des Kasseler Düngemittelkonzerns K+S durch den kanadischen Konkurrenten Potash ausgesprochen. Doch es wäre falsch, die Kanadier zu verprellen - ein Kommentar von Jan Schlüter.

Die Sorgen sind auf jeden Fall berechtigt – bei Mitarbeitern, beim Vorstand und auch in der Politik. Eine komplette Übernahme des Kasseler Konzerns K+S durch den kanadischen Rohstoffriesen Potash könnte weitreichende negative Folgen auf Beschäftigung, Umwelt und Steueraufkommen haben.

Kein Wunder also, dass sich am Mittwoch im hessischen Landtag Politiker fast aller Parteien für K+S einsetzten. Welches Land verlöre schon gern ein eigenständiges Unternehmen, das Sitz und Entscheidungsgewalt hier hat und das ein bedeutender Steuerzahler ist?

Trotz aller Kritik und Befürchtungen blieben die Abgeordneten im Tonfall sachlich. Zwar darf im Landtag gern Tacheles geredet werden, aber gerade die hessischen Spitzenpolitiker wissen, dass es falsch wäre, die Kanadier zu verprellen. Sie ahnen, dass sie ihnen möglicherweise schon in einigen Monaten als Gesprächspartner gegenüber sitzen werden.

Ein reines Abblocken kann da schnell der falsche Weg gewesen sein. Gerade die Grünen, die K+S früher nur zu gern die Stirn geboten haben, sind erstaunlich milde gestimmt.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.