HNA-Kommentar

Bürokratie darf bei Hilfe für Langzeitarbeitslose nicht im Wege stehen

Die Große Koalition will vier Milliarden Euro in die Hand nehmen, um Langszeitarbeitslosen eine Perspektive zu geben. Gute Idee, wenn sie nicht von Bürokratie aufgefressen wird, sagt HNA-Redakteurin Petra Wettlaufer-Pohl.

Das viel gerühmte „Jobwunder Deutschland“ kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass rund 900 000 Menschen nichts davon haben, weil sie zu den Langzeitarbeitslosen zählen. Menschen, die im Laufe der Zeit immer schwerer vermittelbar geworden sind auf dem ersten Arbeitsmarkt.

Wer nun meint, in diesen Zeiten müsse es doch genügend reguläre Beschäftigungen geben, übersieht die Probleme, die sich angehäuft haben. Viele Langzeitarbeitslose sind entwöhnt von einem regulären Tagesablauf, deprimiert von sinnlosen Kurzzeitmaßnahmen, krank, leiden unter den Folgen der Stigmatisierung durch ihre Umwelt.

Ihnen mit der Entwicklung eines sozialen Arbeitsmarktes zu helfen, ist keine weitere Stigmatisierung, sondern erkennt vielmehr Realitäten an. Es ist eine Chance, diese Menschen langfristig wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren. Oder ihnen, wenn das nicht mehr möglich ist, im sozialen Arbeitsmarkt eine langfristige Perspektive aufzuzeigen. Und auch ihren Kindern: Wer verhindern will, das Hartz IV zum vererbbaren Lebensmodell wird, muss Eltern die Chance geben vorzuleben, dass man zur Arbeit geht.

Aufgabe der Großen Koalition ist es nun zu vermeiden, dass aus dem guten Plan ein bürokratisches Monster wird, das die Vermittlungsprobleme nur noch vergrößert. Und dafür zu sorgen, dass Arbeit sich perspektivisch auch finanziell lohnt. 

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