Kommentar zum Leichenfund in Österreich: Unser Anteil

Das Sterben kommt immer näher - die Politik muss endlich anfangen, die Zukunft der Gesellschaft zu gestalten, fordert HNA-Redakteur Tibor Pézsa

Der grausige Fund an einem Straßenrand in Österreich macht fassungslos. Aber so geht es seit Jahren: Das Geschäft der Schlepper ist skrupellos. Diese Leute behandeln Menschen wie Ware und lassen sie im Zweifel lieber sterben als selbst aufzufliegen.

Die Schlepperei kann aber nur dort gedeihen, wo die vielen Kriegsflüchtlinge und anderen Zuwanderer keine besseren Wege finden, aus ihrem Elend zu fliehen. Hier beginnt unsere Mitverantwortung.

Denn seit Jahren ist offensichtlich, dass unsere europäischen und damit auch die deutschen Asyl- und Einwanderungsregeln der Wirklichkeit nicht standhalten. In Europa, aber auch in Deutschland fehlt es an tauglichen Asyl- und Zuwanderungsregeln. Aber auch an der Bereitschaft und Fähigkeit, diese durchzusetzen: Wer ist herzlich eingeladen? Wen brauchen wir nicht? Und wie schaffen wir eine europäisch abgestimmte Nothilfe für Asylbewerber?

Demokratisch gewählten Politikern vorzuwerfen, sie hätten das alles schon vor Jahren regeln können, ist billig. Die jetzige Situation spiegelt doch nur den damals möglichen Kompromiss.

Nun, wo das Sterben immer näher kommt, und die Zahl der Zuwanderer und Flüchtlinge in Deutschland höher steigt denn je, ist auch der Handlungsdruck auf die Politik maximal. Wie schnell sie parteiübergreifend entscheiden kann, hat sie in der Eurokrise bewiesen. Es geht darum, die Zukunft unserer Gesellschaft zu gestalten, statt sich von ihr überrollen zu lassen. Und diese Zukunft ist multinational, schon sehr lange, wie fast überall anders auch.

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