Kommentar zur letzten Chance für Griechenland: Ein neuer Start?

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Griechenland hat beim Sondergipfel in Brüssel eine neue Frist bis zum nächsten Gipfel am Sonntag bekommen: Ein Kommentar von Detlef Drewes

Europäische Gipfeltreffen folgen keinem Drehbuch. Als am späten Abend plötzlich der Satz die Runde machte „Der politische Wille zu einem Neubeginn ist da“, war das vielleicht das erste positive Zeichen seit dem Amtsantritt des griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras und seiner oft genug umstrittenen Minister-Riege.

Aber dieses Zeichen zum Aufbruch, von dem am Anfang der Nacht noch niemand wissen konnte, ob es auch wirklich Ergebnisse bringen würde, kam nicht aus Athen. Was der Premier nach dem Referendum so vollmundig vor seinen Landsleuten angekündigt hatte, blieb er gegenüber seinen Partnern schuldig: einen Vorschlag, ein Angebot, eine politische Strategie für einen Platz seines Landes in der Währungsunion.

Deshalb war Griechenland wohl noch nie so nahe am Grexit wie am Beginn dieses Sondergipfels. Die Frankfurter Euro-Bank war vielleicht noch nie so entschlossen wie vor ihrer Sitzung am heutigen Mittwoch, das ständige Absaugen von Milliarden aus dem ELA-Notprogramm zu stoppen.

Dennoch - oder vielleicht deswegen - übernahmen in der Nacht zunächst andere die Regie, Ratspräsident Donald Tusk etwa. Falls Tsipras es noch nicht gemerkt haben sollte: Hier waren viele der 18 Helfer bereit, über ihren Schatten zu springen, vertragliche Vereinbarungen zu brechen - alles nur um den Menschen in Griechenland zu helfen. Es lohnt sich, gelegentlich daran zu erinnern.

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