Kommentar zu Lüneburger Richter: "Blamierte Justiz"

Ein Richter, der Examenslösungen an Jurastudenten verkaufte, steht in Lüneburg vor Gericht - ein fast schon skurriler Fall, der zum großen Skandal aber nicht taugt, findet HNA-Redakteur Wolfgang Riek.

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Draußen vor dem Gericht steht die Statue der Justitia, deren Augenbinde Unparteilichkeit symbolisieren soll. Und drinnen verkauft ein Richter Prüfungsergebnisse an Studenten, die Recht sprechen, Anklagen formulieren oder Klienten juristisch vertreten wollen, nur dummerweise das Examen nicht schaffen. Unmöglich, eine Blamage für Niedersachsens Justiz.

Schon deshalb wird der Angeklagte im Lüneburger Korruptionsverfahren bei einer Verurteilung nicht auf große Milde hoffen können. Für das Funktionieren des Justizapparates, genauer gesagt: gegen Kumpanei unter Kollegen, spricht zudem der Hochdruckeinsatz von 200 Sonderermittlern, die 2000 Examen geprüft haben, sowie die Eröffnung des Prozesss noch 2014.

Die 15 verdächtigen Prüflinge müssen sich, wenn die Beweislage reicht, zu Recht auf Aberkennung der erschlichenen Noten und berufliche Konsequenzen einstellen. Der Rechtsweg ist legitim – und vom Fach sind die Leute ja.

Bei allem Staunen, was Richter so treiben: Zum ganz großen Justizskandal taugt der Fall, wie die Dinge jetzt liegen, eher nicht.

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