Kommentar zum Freispruch für Gustl Mollath: Mängel der Justiz

+
Constanze Wüstefeld über Gustl Mollaths Freispruch

Das Urteil im Fall Gustl Mollath ist gefallen: Er wurde vom Landgericht Regensburg freigesprochen. Ein Kommentar von HNA-Redakteurin Constanze Wüstefeld.

Im Zweifel für den Angeklagten: Schon vor der Urteilssprechung stand fest, dass Gustl Mollath freigesprochen wird. Nur die Frage, ob das allein aus formalen Rechtsgründen passiert oder weil das Gericht tatsächlich an die Unschuld glaubt, musste noch geklärt werden.

Dennoch blieb dem Gericht nichts anderes übrig, als Mollath als freien Mann zu entlassen – und damit zumindest einen Teil der Schuld, die Mollath widerfahren ist, gut zu machen. Denn das damals geführte Verfahren war schlampig, offenbarte zugleich die Mängel der Justiz: Nach einem nur kurzen Gespräch mit einem Gutachter können Menschen wegen einer Gefahr für die Allgemeinheit in eine forensische Psychiatrie eingewiesen werden. Ohne ein zweites Gutachten, ohne eine ausführliche psychiatrische Untersuchung.

Die Gefahr ist groß, bei einem solchen Vorgehen die falsche Entscheidung zu treffen. Die Forderung des bayerischen Justizministers Winfried Bausback, den entsprechenden Paragrafen im Gesetz zu ändern und eine Unterbringung im Maßregelvollzug zu erschweren, ist deshalb richtig.

Schreiben Sie eine Email an die Autorin: cow@hna.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.